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Thesen zum Grundverständnis von Prävention und Gesundheitsförderung

1. Die Arbeit für Prävention und Gesundheitsförderung folgt dem Prinzip „Würdigen, was ist“. Das Leid des Menschen muss genauso gewürdigt werden wie seine Kraft und Resilienz, seine Schwächen ebenso wie seine Stärken, seine Unterstützungsbedürftigkeit ebenso wie seine Fähigkeit zur Selbstfürsorge. Jede Einseitigkeit und Ausschließlichkeit entwürdigt den Menschen und gefährdet die Prävention und Gesundheitsförderung.

 

2. Prävention und Gesundheitsförderung sollten als lebenslanger Prozess verstanden werden. Er beginnt vor der Geburt und reicht bis ins hohe Alter. In diesem Prozess stehen je nach Person, Alter und Situation unterschiedliche Aspekte im Vordergrund. Jede Krankheitsbehandlung sollte in die Prävention weiterer Erkrankungen münden.

 

3. Prävention und Gesundheitsförderung sollte kognitive und leibliche Aspekte umfassen. Wissen allein reicht nicht. Es braucht z. B. die leiblich-körperlichen und die emotionalen Erfahrungen eines Menschen, um Veränderungen seiner Lebensweise zu bewirken, die seine Gesundheit fördert.

 

4. Der Prozess der Prävention und Gesundheitsförderung vollzieht sich nicht nur im Individuum, sondern betrifft auch das soziale Umfeld. Menschen brauchen Vorbilder für ein gesundes Leben. Gesundheitsförderung kann von anderen Menschen, Milieus und sozialen Lebensbedingungen gehemmt oder gefördert werden.

 

5. Prävention und Gesundheitsförderung kann und sollte Freude machen, um nachhaltig wirken zu können. In Spiel und kreativem Ausdruck können neue Lebensweisen erprobt und neue Begegnungsweisen erfahren werden.

 

6. Prävention und Gesundheitsförderung strebt nicht nach idealen Lebensweisen. Wichtig sind Absichten und besonders wichtig ist, die Menschen beim nächsten Schritt zu einem gesünderen Leben zu fördern.

 

7. Sozial benachteiligte Menschen und Menschen mit besonderen Belastungen brauchen besondere Bemühungen und besondere Förderung.