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Fachfortbildung: Fachkraft für Musik und Demenz

Die Fortbildung  „Fachkraft für Musik und Demenz“ basiert auf dem Konzept der  kreativen Gerontotherapie. In diesem Konzept geht es vor allem darum,  das innere Erleben von Menschen mit  Demenz anzuerkennen, zu würdigen und aus dieser Haltung heraus  Begegnung und Beziehungsmomente zu schaffen. Reaktionen und Verhaltensweisen als möglichen Ausdruck dieses inneren Erlebens  zu erkennen und anzuerkennen und angemessen darauf zu reagieren. Hierbei nutzen wir die vielfältigen Methoden der Kreativen Therapie – bei der die Musik eine besonders große Bedeutung hat.

 

„Musik macht das Herz weich.

Ganz still und ohne Gewalt macht Musik die Türen zur Seele auf“

Zitat von Sofie Scholl

 

In der Begleitung von Menschen mit Demenz geht es genau darum,

„Türen“ und „Brücken“ zu finden, die Kontakt und Begegnung ermöglichen.

Dies geschieht  vor allem über die verschiedenen Sinne und einem offenen Herzen in Resonanz. In folgendem Gedicht von einer Teilnehmerin der Fortbildung  Musik und Demenz findet dieses Erleben einen wunderbaren poetischen Ausdruck:

 

 

Musik in der Seele

 

Ich spür Musik, das goldne Band

in keiner Seele je verschwand.

Verborgen ist´s oft innen drinnen,

kann dann allein, nicht mehr von hinen.

 

Ich lausch der Seele, die zu mir schreit

und rette sie sie wird befreit

Mein Herz das lauscht das spürt

wo lange schon sich etwas rührt.

 

Entdeckt will`s werden ein stummer Schrei

ich spür zu ihr ich lass sie frei

Ein Band es wird nun neu geknüpft

die Seele springt sie bebt und hüpft.

 

Ein Leben tönt und bebt und schwingt

denn jede Seele leise singt

Gemeinsam schwingen wir nun im Takt

die Einsamkeit sie wird gepackt.

 

Sie wird verbannt wird weggesperrt

ein großes Glück uns  wiederfährt

Zwei Seelen, die im Gleichklang schwingen

so viel Gefühl zum Vorschein bringen

Gemeinsam schwingen

ist das Ziel

dies zu erreichen zählt so viel    

 

- Swantje Klopfer -

 

In folgendem Rap beschreibt die Teilnehmerin in sehr treffender und origineller Weise außerdem, wie sie persönlich die Fortbildung erlebt hat:

 

 

Musik und Demenz

 

Und jetzt und jetzt da bin ich wie neu,

ich fühl mich einfach frischer und frei

Musik ist die Brücke die alle vereint,

so hat es die Fortbildung wohl gemeint.

 

Mit Musik wird der ganze Körper angesprochen,

Gefühle werden von innen herausgebrochen.

Sie werden berührt und mobilisiert,

 verstärkt, erlebt, Atmosphäre passiert.

 

Musik holt Erinnerungen aus tiefster Seele,

damit ich mich nicht mehr allein damit quäle.

Musik erweckt Freude, lässt aus dem Alltag entrinnen,

Musik erlebt man mit allen Sinnen.

 

Musik ist die Brücke die alles verbindet,

wodurch sich Kontakt und Emotion findet.

Kleine Schritte auf der Brücke, die sind das Mittel der Wahl,

sonst wird’s für die Dementen womöglich zur Qual.

 

Was ha´m wir erlebt und alles gemacht,

soviel zu erfahren, ich hätts nicht gedacht.

Viele Tips ham wir bekommen, neue Lieder mitgenommen.

Sana, Sana wie klang das so schön,

man müsste viel öfters neue Wege gehn.

 

Mit „Haida „ da wagte ich einen Versuch,

es entwickelte sich leider fast zum Fluch.

So ein komisches Lied wollt keiner mit mir singen,

so kann ein Experiment eben misslingen.

 

Doch wen wollt ich erreichen,

die Bewohner is doch klar,

also musst ich das Liedchen streichen,

jetzt singen wir fürwahr,

das Lied vom schönen Tag, der heute wird beschert,

da sieht man wieder mal, was das Leben eine lehrt.

 

Die Geschmäcker sind verschieden,

so soll es wohl auch sein,

denn jeder hat ein Leibgedächtnis und entscheidet ganz allein,

tut mir dies Lied jetzt gut oder ist es eine Qual,

dann versuch ichs halt mit nem andren Lied,

beim nächsten Mal.

 

Gefühle zu erspüren, darauf kommt es an,

das gelingt mit immer besser, weil ich es jetzt kann.

Tönen und schwingen, dass ist mit Resonanz gemeint,

das ist eine Ebene die alle uns vereint.

 

Musik ist in uns allen, manchmal nur noch tief drinn,

diese Melodie zu finden, dies ist unsrer Arbeit Sinn.

Gefühle bleiben immer, wo wir sie auch immer spüren,

mit Liedern und ner Melodie kann man daran noch rühren.

 

Wir haben in uns allen ne Lebensmelodie,

wenn man sich etwas Mühe macht, dann hört man sie .

Der Mensch der macht Erfahrungen, die schließt er in sich ein,

daraus wird das Leibgedächtnis, so wird es sein.

 

- Swantje Klopfer -