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"aufrichten!" Rund um das Projekt

Projekt "aufrichten!" — Blickpunkte ...
Das Journal zum Projekt!

Lesen Sie näheres rund um das Projekt: Workshops, eine erste Bilanz, Zukunftspläne ...

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Wenn Worte allein nicht helfen - kreative Hilfen aus der Praxis…

Am 06.09.2017 fand im Semnos-Zentrum die Tagung des Projekts „aufrichten!“

Wenn Worte allein nicht helfen-

kreative Hilfen aus der Praxis statt.

 

Nach einem Vortrag von Dr. Udo Baer zum Thema „ Trauma, Kreativität, Würde“

konnten die Teilnehmerinnen an 4 verschiedenen Workshops kreative traumasensible Begleitung und Stärkung kennenlernen und selbst erproben. Dabei wurde gemalt, getanzt und mit Klängen experimentiert. Viele gestalterische und musikalische Dialoge neben der verbalen Sprache wurden ausprobiert und sich kreativ ausgedrückt.

 

Während des `open space`wurde der Film:

„Ein neues Leben“ , Ergebnis unseres Sommerferien-Film-Projekts gezeigt und es gab viel Möglichkeit zum Austausch und Kennenlernen beim Betrachten der „aufrichten!“-Ausstellung.

 

Mit einem großen gemeinsamen Workshop und einer Kunst-Tanz-Aktion klang ein inspirierender und lebendiger Tag aus.

 

Wir sind immer noch erfüllt von soviel begeisterten und engagierten Teilnehmerinnen und danken allen, die sich an dieser Tagung beteiligt haben sehr dafür.

Ein neues Leben — Filmprojekt für Geflüchtete

Das Projekt "aufrichten!" und Filmemacher Nils Neubert haben gemeinsam mit Kindern und Erwachsenen einen Film über die Erfahrung der Flucht gedreht.

zum Bericht

Den Film können Sie sich jetzt auch in unserer Mediathek ansehen: zum Film

 

 

Buntes Ferienprogramm des Projekts "aufrichten!"

17.07 - 21.07 2017
Filmprojekt für Jugendliche mit Nils Neubert
Mit Filmvorführung am 21.07. um 18:30 Uhr

27.07.2017
`One world-Figuren` mit Dirk Weißhuhn
Kunstprojekttag (für Kinder, 6-14 Jahre)

31.07.-3.08.2017
`Meine Welt ist bunt` mit Susanne Major
Kunstprojekt mit Pappe, Papier und vielen Farben
(für Kinder, 6-12 Jahre)

14.08.- 15.08.2017
`Tonköpfe` mit Nicole Sonnemann
Kunstprojekt (für Kinder, 9-13 Jahre)

 

Zur Programmübersicht (PDF)

Buntes Frühlingsfest des Projekts "aufrichten!"

Am 10. Mai fand unser Frühlingsfest im Semnoszentrum statt.
Zwischen 17 und 23 Uhr feierten wir mit ca 70 Gästen ein fröhliches, buntes und ausgelassenes
Fest. Das Büfett reichte fast nicht aus für das viele Essen, das Dank der zahlreichen Helfer mitgebracht wurde. Auch einige Frauen aus der Flüchtlingsunterkunft in der Memelstrasse brachten leckere Spezialitäten aus dem Iran und Syrien mit.


Dirk Weißhuhn sang mit einer großen Zahl der Gäste und leitete einen Klangworkshop…
Als ich nach 45 Minuten unterbrechen wollte um die Gäste zum essen zu rufen, wehrte ein junger
Mann aus Syrien sehr energisch ab und sagte `Jetzt noch nicht!`


Später entwickelten sich, wie von selbst, musikalische Dialoge zwischen Geflüchteten und Nicht-
Geflüchteten und wir merkten mal wieder, wie verbindend Musik, musikalischer Ausdruck ist.
Die Mädchen aus der Gitarrengruppe machten wieder ein Vorspiel und dieses Mal gab es auch
eine Darbietung der dazugehörigen Mütter, die inzwischen auch Gitarrenunterricht bei Andrea
Apphun bekommen. Allerdings fanden sie sich noch nicht fit genug um Gitarrengriffe vorzuspielen,
sondern sangen ein Lied, und leiteten zum Abschluss alle Gäste an, einen Kanon zu singen.

Yvonne Klemp hatte einen Stand mit Kinderschminke aufgebaut, der sofort begeistert angenommen
wurde. Melanie Küppers und Till Kleinelützum bemalten kunstvoll viele Hände mit Henna.

Und dann kamen die Clowns…, die wunderbarerweise ihr wöchentliches Treffen auf diesen Termin
gelegt hatten und unser Fest als Bühne nutzten. Die Kleinsten und die Erwachsenen hatten großen
Spaß daran. Es gab keine Berührungsängste sondern viel Kontakt, Lachen, gegenseitiges Abjagen
von Tüchern und Seifenblasen…


Nebenher wurde viel Kontakt geknüpft. Etwa 10 jugendliche, unbegleitete Jungen waren zum ersten
mal im Semnoszentrum, nahmen begeistert an den Angeboten teil und freuen sich nun auf
eine neue Stärkungsgruppe mit Musik und Gitarre, die Peter Hannrath in Kürze mit ihnen starten
wird.


Die, sozusagen erste Generation von geflüchteten Menschen, die mit uns im Kontakt ist, die also
bereits seit über einem Jahr hier sind, dürfen nun endlich eine Wohnung in Duisburg beziehen.
Es hat uns besonders gefreut, dass gerade sie trotzdem und zum Teil mitten in ihrem Umzug zum
Frühlingsfest gekommen sind. Da hat sich eine wirkliche Bindung entwickelt.

 
 
 

Unser Blick - Interviews mit Dr. Udo Baer und Dr. Gabriele Frick-Baer

Dr. Udo Baer
Geschäftsführer der Zukunftswerkstatt therapie kreativ

Als Du damals das Projekt beantragt hast, bzw. noch in der Planung warst — was war Dir wichtig? Was war Deine Hauptintention, Dein Wunsch ...? Was wolltest Du "erreichen"?

Wir hatten mitbekommen, dass viele Flüchtlinge traumatisiert waren. Wir wollten nicht, dass sie jahrelang warten mussten, bis sie therapeutische Hilfe bekamen oder dass sie erst Hilfe bekommen sollten, wenn sie deutsch konnten. Da wir wussten, dass Verständigung über Musik, Tanz, Kunst möglich ist, wollten wir Wege erproben, mit diesen Methoden traumatisierte Flüchtlinge zu stärken.

 

Aus Deiner Erfahrung — was brauchen Menschen, die Krieg und Flucht hinter sich haben, am meisten?

Erstens Halt, Sicherheit, Geborgenheit. Zweitens mitmenschliche Kommunikation, also andere Menschen, bei denen sie nicht das Gefühl haben, allein zu sein. Und drittens, dass das Unerhörte Gehör findet, dass die Erfahrungen des Schreckens nicht im Tabu bleiben, sondern — wenn sie das wollen — gesehen und gehört werden und sie Trost finden.

 

Ein Jahr "aufrichten!" ist gerade hinter uns. Wir haben viele Kunstprojekte und Stärkungsgruppen bereits durchgeführt und dabei sehr gute Resonanz von geflüchteten Menschen und Kooperationspartner bekommen. Was ist Dir noch besonders wichtig für unsere Arbeit in der Zukunft? Was liegt Dir besonders am Herzen?

Die Arbeit muss weiter gehen, noch lange Zeit. Denn die Traumafolgen wirken lange Zeit nach. Also: weiter so. Traumabewältigung ist wichtig, nicht nur akut nach dem Ankommen der Flüchtlinge, sondern nachhaltig auf dem Wege der Integration.


Dr. Gabriele Frick-Baer
wissenschaftliche Leiterin der Kreativen Traumahilfe Duisburg

 

Als unsere Supervisorin: Wo, an welchen Stellen, brauchen die Mitarbeiter des Projektes meistens die Unterstützung? Was sind das für Themen, die sie mitbringen, die für sie belastend sind? Was hilft den Teammitgliedern dann am meisten?

Aus meiner Sicht sind die Mitarbeiter/innen am meisten belastet durch die Bedingungen, unter denen die geflüchteten Menschen leben müssen; dass diese nicht das Ausmaß an Sicherheit und Schutz, geschweige denn an Geborgenheit in ihrem hiesigen Leben bekommen, das sie als traumatisierte Menschen nach den Fluchterfahrungen benötigen; dass manchmal von heute auf morgen Teilnehmer/innen in ihren Gruppen, mit denen es intensive Begegnungen gegeben hat, wieder aus ihren Augen verschwinden, manchmal, ohne dass sie hätten Abschied nehmen können. Die Mitarbeiter/innen sind natürlich auch belastet durch die Geschichten, Bilder und Wahrnehmungen des Schreckens, den traumatisierte Menschen in sich tragen und zum Ausdruck bringen.

Den Mitarbeiter/innen hilft kollegialer Austausch, hilft zu erfahren, dass sie nicht alleine sind mit Gefühlen der Hilflosigkeit, der Überforderung, der Angst vor Überflutung durch belastende Geschichten und Bilder, der Erschütterung über menschliche Schicksale, der Wut und Trauer über den Umgang mit geflüchteten Menschen... In der Supervision hilft die individuelle Würdigung dieser mit der Arbeit notwendigerweise einhergehenden Belastungen und Hilflosigkeit UND darüber hinaus der konsequente Blick auf die Wirkung ihrer kreativen Stärkungsarbeit in diesem besonderen Projekt "aufrichten!".

 

Was findest Du persönlich als das Besondere am "aufrichten!" Projekt?

Das Besondere ist erstens die bewusste und reflektierte Haltung den geflüchteten Menschen gegenüber: Das Wissen um den Traumaprozess, in dem sie sich befunden haben und immer noch befinden (s. Baer/Frick-Baer: „Flucht und Trauma), das dazu führt, ihr Leid anzuerkennen, der Lebensnot Raum in der Begegnung zu geben  UND den Blick zu richten auf die Kraft, die Kompetenz und die Ressourcen der geflüchteten Kinder, Jugendlichen und Frauen. Die Würdigung dessen, dass sie es geschafft haben, zu überleben, und die Wertschätzung für ihre gelebte Sehnsucht und Suche nach Leben.

Zweitens (oder vielleicht auch erstens) ist das Besondere der kreative Ansatz mit traumatisierten Flüchtlingen zu arbeiten. Kreative Zugänge wie Malen, Gestalten, Musizieren, Tanzen und Bewegen sind meiner Meinung und Erfahrung nach prinzipiell der Königsweg in traumatherapeutischer und traumasensibler Arbeit (s. Frick-Baer:  „Trauma: Aufrichten in Würde“), weil bei der „Bearbeitung“ des Traumas und der Traumafolgen Worte allein nicht reichen. Bei geflüchteten Menschen ergibt sich umso mehr die Notwendigkeit des kreativen Ausdrucks und der kreativen Begegnung, damit Worte bzw. Sprache nur eine Form der Kommunikation sein müssen. Das Projekt „aufrichten!“ beweist die Wirksamkeit.

Drittens finde ich die Mitarbeiter/innen und alle Menschen, die sich in diesem Projekt engagieren, als besonders. Sie alle sind bereit und fähig, sich auf  traumasensible  und kreative Begegnungen und Beziehung mit den geflüchteten Menschen einzulassen. Sie leben ihre Professionalität, verstanden als Fach- und Herzprofessionalität. Ihre Mitgefühls-Fähigkeit motiviert sie zum Tun, ihre Würdigung und der Respekt den geflüchteten Menschen gegenüber stärkt deren Zuversicht in ihre Gegenwart und Zukunft, ihre Begeisterungsfähigkeit für deren (kreativen) Kompetenzen und Ressourcen und ihre Freude an der interkulturellen Verständigung auf gemeinsamen intrakulturellen Boden stärkt deren Selbstwertgefühl, das aufgrund ihrer Lebenssituation und Erfahrungen not-wendig der Stärkung bedarf.

 

Warum ist es so wichtig, die geflüchteten Menschen zu stärken?

Ich möchte in meiner Antwort nicht so sehr den Schwerpunkt legen auf die Wichtigkeit, geflüchtete Menschen zu stärken — die Anerkennung dessen möchte ich einfach voraussetzen — sondern eher auf den Aspekt der von mir (und den Projektinitiator/innen und -mitarbeiter/innen) empfundenen Verpflichtung. Wir — als Supervisorin wage ich dieses "wir" — fühlen uns nicht nur den Menschenrechten verpflichtet, sondern als Professionelle und Ehrenamtliche in sozialen Berufen, als Helfende, dazu aufgefordert, mit allen uns zur Verfügung stehenden Kräften unseren Beitrag dort zu leisten, wo Menschen unsere Hilfe benötigen. Dies beinhaltet auch einen gesellschaftspolitischen Aspekt: Menschen können nur wirksam einen Weg aus ihrem physischen, psychischen und sozialen Leid finden, wenn sie solidarisch und wirksam erfahren, dass Menschen an der gesellschaftlichen Teilhabe, an der Stärkung ihres verletzten Selbstwertgefühls interessiert sind, an ihrem Wachstum, ihrem Aufrichten, an wahrhaftigen menschlichen Begegnungen und Beziehungen.

Auf unseren Wegen ...

Das internationale Frauenfest 2017

 

Am 12.03.2017 fand das internationale Frauenfest im `Kunst und kulturhistorischen Museum` in Duisburg statt.

Etwa 400 Frauen und Männer verschiedenster Nationalitäten feierten zusammen.

Es gab Aktionen von Theater über Bauchtanz, gemeinsames Singen mit Anja Lerch und eine Modenschau, die traditionelle und moderne afrikanische Kleidung zeigte.

 

Das Projekt `aufrichten!` war mit einer Fotoausstellung vertreten, die Fotos und Texte von geflüchteten Frauen zeigte, die auf viel Resonanz stieß.

Auch die `Fotografinnen ` selbst waren vor Ort und erklärten dem interessierten Publikum

ihr Projekt.

„Das hat mich heute am meisten berührt, zu sehen, wie die 6 Frauen auf ihre eigenen Fotos schauten, gerührt, begeistert, stolz…“ sagt Katja Kapluck, die das Fotoprojekt konzipiert und begleitet hat.

Alle 6 Frauen machten zahlreiche Fotos von ihren Fotos, den Texten und den Besuchern, die sie betrachteten, ganz im Sinne ihrer Aussage, dass sie alles festhalten wollen, was sie in ihrem Alltag hier erleben.

 

Die Fotos und Texte sind ab dem 17.03.2017 auch im Semnos-Zentrum zu sehen.

Pressemitteilung - Interkulturelles Frauenfest im Rahmen der Duisburger Akzente 2017

SCHWESTER – ABLA – SISTER –

So 12.3.2017, 14 bis 19 Uhr im Kultur- und Stadthistorischen Museum

Interkulturelles Frauenfest im Rahmen der Duisburger Akzente 2017

 

Die Welt ist voller starker Frauen – Politikerinnen, Autorinnen, Künstlerinnen und Musikerinnen, deren Leben in Bildern, Geschichten und Songs die Kraft, den Mut und ihre ´Umbrüche´ widerspiegeln – und von grundlegenden Veränderungen erzählen.

Künstlerinnen aus Syrien, Afghanistan und dem Ruhrgebiet, Autorinnen aus Duisburg, interkulturelle Gruppen und Duisburger Fraueninitiativen werden sich und ihre Arbeit vorstellen. Zu Gast sein werden das „Theater hinten links“ aus Krefeld mit einem Claire Waldoff-Liedernachmittag „DA WACKELT DIE WAND“-ein musikalisches Theaterprogramm über die Kabarettkönigin vom Kurfürstendamm. Claire Waldoff war eine Pflanze des Ruhrgebiets, kam in Gelsenkirchen zur Welt und stieg empor zur unbestrittenen Königin des Kabaretts der 1920er und 1930er Jahre in Berlin. Zu ihren besten Liedern gehören „HermannHeeßt er“, „Lieber Leierkastenmann“, „Da wackelt die Wand“, „Das ist mein Berlin“, „Wegen Emil seine unanständ‘ge Lust und u.v.m..

Die Duisburger Sängerin Anja Lerch wird alle mit ihrer besonderen Mit-Singaktion erfreuen und ihre Lieder ebenso mitreißend wie authentisch gemeinsam mit dem Publikum singen. Autorinnen aus Duisburg vom „Duisburger Wortwechsel werden ihre biografischen Geschichten lesen. Die WAI Africa Initiative Duisburg bringt eine afrikanische Modenschau auf den Laufsteg: 5 Nachwuchsmodels präsentieren traditionelle und moderne Kleidung von Frauen aus Kamerun, Kongo und Ghana- von Geburtsfesten, Hochzeitsfeiern und von Alltagskleidung. Carmina Suliman aus Syrien, die Weltmeisterin im klassisch-orientalischen Tanz, wird die BesucherInnen verzaubern.

Drei kleine Ausstellungen werden zu sehen sein: ALLE ANDERS – ALLE GLEICH?! Fotos aus einem Kunst- und Demokratieprojekt für Mädchen 2013 von Mabilda e.V. in Kooperation mit Theodor-König Gesamtschule DU- Beeck und Herbert-Grillo Gesamtschule DU-Marxloh. Khadijah aus Afgahnistan/Düsseldorf „ANKOMMEN…“ stellt ihre in Deutschland gemalten Bilder aus und das FOTOPROJEKT „Auf unseren Wegen“ von geflüchteten Frauen aus Syrien, Afghanistan und Irak, z.Zt. leben sie in einer Flüchtlingsunterkunft in Duisburg (Projekt „aufrichten“ vom Institut für soziale Innovationen).

Für das leibliche Wohl sorgen türkische, afrikanische, indonesische Leckereien, die von interkulturellen Gruppen zubereitet werden. Das „Café Himmelreich“ auf Rädern lädt vor dem Museum zum Kaffeetrinken ein.

Mit Unterstützung des Frauenbüros der Stadt Duisburg

Kultur- und Stadthistorisches Museum, Johannes-Corputius-Platz 1, 47051 Duisburg, Tel. 0203 283 2640; www.stadtmuseum-duisburg.de

Projekt "aufrichten!" macht mit beim interkulturellen Frauenfest im Rahmen der Duisburger Akzente 2017!

Kommen Sie uns besuchen!

Sonntag, den  12.03.2017 von 14:00 - 19:00 Uhr,

Kultur und Stadthistorischen Museum Duisburg.

 

Gezeigt werden Fotos zum Thema „auf unserem Weg, -neue Heimat“ von und mit geflüchteten Frauen aus Duisburg Neudorf unter der Leitung der Fotografin Katja Kapluck.

 

Die Fotos werden anschließend auch im Semnos-Zentrum zu sehen sein.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.

 

Wir freuen uns auf Sie!

 

Kinder-Kunst aus der Kunst-Gruppe für geflüchtete Jungen in der Kunterbunt Grundschule in Duisburg

Ein Bericht von Sandra Wessels und Till Kleinelützum:

 

Die Jungen in der Gruppe wurden uns vorgestellt mit den Worten, dass sie kaum sprechen bzw. überhaupt kein Deutsch sprechen…

Über das Malen fingen sie an zu sprechen und zu erzählen. Zunächst mit Farben und auf dem Papier, zunehmend aber auch verbal.

Ein Junge zeigt immer wieder auf sein Bild und seinen Namen und ruft aufgeregt `Meins!`

Unser Eindruck, zunächst einen vertrauensvollen Boden zu schaffen und durch  Beziehung die Voraussetzungen zu schaffen,

dass sich die Kinder mehr öffnen und sich mitteilen, bestätigt sich immer wieder.

Lichterfest im Semnos-Zentrum am 10.11.2016

 

Am Donnerstagnachmittag, den 10. November 2016, fand unser Lichterfest gegen die dunkle Jahreszeit mit geflüchteten und nicht-geflüchteten Gästen statt.

Ca. 40 Frauen, Männer und viele Kinder feierten zusammen, ließen sich das leckere Essen schmecken,- Danke an alle Helfer!!! - und sangen und tanzten im Anschluss zusammen in dem sehr festlich dekorierten Raum 3.

Peter Hannrath stimmte herbstliche Lieder an und Dirk Weisshuhn lockte alle Gäste auf einen Klangteppich, bei dem auch die kleinsten Kinder mitmachten. Die waren ohnehin begeistert von den Musikinstrumenten und brauchten nicht viel Anleitung um drauflos zu musizieren.

 

Dilva und Bita, die beiden Gitarrenschülerinnen zeigten, was sie in den vergangenen Wochen bei ihrer Gitarrenlehrerin Andrea Appuhn gelernt hatten und verblüfften damit nicht nur ihre Eltern.

Ihr Spiel wirkte so ansteckend, dass sich spontan 2 neue Gitarren-Gruppen bildeten. Nun wollen nicht nur die anderen Kinder auch Gitarre lernen, sondern auch die Mütter.

Zum Abschluss leitete Sandra Wessels einen Lichter-Kreistanz an und las noch einen Text, den vielleicht nicht alle verstanden haben, aber die meditative Stimmung und Atmosphäre war auf jeden Fall für alle spürbar. Bis zum späten Abend saßen wir zusammen. Eine junge Frau aus Syrien sagte: „Das müssten wir jede Woche machen!“.

 

 

Fotoausstellung NEULAND AN DER WAND

Geflüchtete Männer und Frauen machen Fotos von ihrer neuen Umgebung in Duisburg Neudorf.
Eine künstlerische Aktion des Projekts „aufrichten!“ .
Mitte Juni treffen sich 15 Geflüchtete aus der Unterkunft Memelstrasse mit dem Duisburger
Fotografen Thomas Weiss und spazieren mit mehreren Kameras durch ihren Stadtteil und den
botanischen Garten. Dabei fotografieren sie das, was ihnen auffällt und gefällt…Vorgärten, Autos,
Strassen, Blumen, Natur und sich selber gegenseitig. Es sind über 300 Bilder entstanden, die den
Blick und die Perspektive der geflüchteten Menschen auf ihre neue Heimat zeigen. Dinge, die wir
kaum erachtenswert finden, werden durch den Blick der Geflüchteten in ein anderes Licht gerückt
und auch wir schauen dann anders darauf.
Deutsche Gartenzäune sind zu sehen, Haustüren, parkende Autos…aber auch ein Tierschädel auf
der Wiese im botanischen Garten, abgestorbene Wurzeln und Äste und Geflüchtete vor einem
LKW, was uns, in unserer Interpretation, auch Bilder der Flucht zu spiegeln scheinen. Und Blumen,
immer wieder Blumen.
Ein Mann fotografiert einen Obdachlosen, der auf dem Weg zum botanischen Garten sitzt und der
sich offensichtlich über den Besuch freut. Er fragt dann, ob wir ein Foto von beiden gemeinsam
machen können und hockt sich zu dem obdachlosen Mann. In dem Moment, in dem unsere
Koordinatorin Zeljka Telisman auf den Auslöser drückt, setzt sich eine Taube dazu. Was für ein
schönes Bild.
Eine Woche später trifft sich die Gruppe wieder und gestaltet eine Wand im Internationalen
Zentrum in Duisburg mit den Fotos. Sie werden auf eine große Folie geklebt, die mit dem Bild einer
Backsteinwand bedruckt ist.
Nachdem wir uns in der Flüchtlingsunterkunft Memelstrasse getroffen haben, gehen wir
gemeinsam mit ca 12 Leuten los. Unterwegs treffen wir andere Geflüchtete, die sich zum Teil
unserer Gruppe anschliessen und uns zum IZ begleiten.
Ein `Kommen und Gehen`, zwischendurch bezweifeln wir, ob wirklich alle am Ziel ankommen
werden… aber dann eröffnet uns die Sequenz einen Blick auf die typische Lebenssituation der
Menschen, wir bekommen einen Eindruck von verschlungenen Wegen, losen Verbindungen,
Begegnungen und wieder Loslassen von Begegnungen…
Am Ende kommen dann doch alle am IZ an.
Dort erwartet uns Thomas Weiss, der die Wand vorbereitet hat und auf den Tischen des Cafés
hunderte von Bildern verteilt hat.
Zwischen Kuchen und Apfelschorle, Schwatzen, Lachen und ein bißchen Unsicherheit werden die
Fotos gesichtet, einige wollen die Geflüchteten mitnehmen und viele bilden an der `Neuland-
Wand` eine große Collage, die Menschen, Blumen und Eindrücke zeigen.
14 Tage hängt die Wand nun im IZ, danach wird sie im Flur der Flüchtlingsunterkunft
Memelstrasse aufgehängt.
Natürlich ist die Wand `verletzlich`, so Thomas Weiss, sie wird sich verändern, Fotos werden
verschwinden, vielleicht anderes dazukommen.
Das ist so gewollt und soll die Situation der geflüchteten Menschen widerspiegeln. Ankommen,
beobachten, verändern, verändert werden…
Diese Performance ist Teil eines längeren Prozesses. Die Neuland-Wand soll noch in anderen
Foto-Kunst Projekten eine Rolle spielen. Wir werden sehen.

Viola Werner
Projektleitung „aufrichten!“

Charity-Brunch beim Oberbürgermeister

Am 12. Juni war die Stiftung Würde eingeladen, sich beim alljährlichen Charity-Brunch des Duisburger OB Sören Link vorzustellen und damit nicht nur auf sich aufmerksam zu machen, sondern auch vor Ort für ein Projekt Spenden zu sammeln.
Da Dr. Udo Baer und Dr. Gabriele Frick-Baer ihren geplanten Norwegen-Urlaub kurzfristig nicht mehr verschieben konnten und somit nicht als Vorstand der Stiftung Würde dabei sein konnten, hatten wir vom Projekt „ aufrichten!“ die Gelegenheit, uns auf dieser Veranstaltung vorzustellen und von unserer Arbeit zu berichten.

Der Brunch fand in den Räumen des Duisburger „ Schaufenster“, in dem auch die VHS untergebracht ist, statt. An Stehtischen, von Jazzmusik begleitet fanden sich Sonntagvormittag Unternehmer und andere wichtige Menschen aus Politik und Wirtschaft aus Duisburg ein. Nach einem Sektempfang wurde ein Film gezeigt, der auf den Duisburger Wandel aufmerksam machte und Sören Link, der Oberbürgermeister begrüßte die Gäste. Wir als Abgeordnete der Stiftung Würde und des Projektes „ aufrichten!“, Daniela Herger, Zeljka Telisman und ich, wurden vorgestellt, um dann eine Grußbotschaft von Dr. U.Baer zu verlesen und von der praktischen Arbeit in unserem Projekt zu berichten. Besonders bei den realen Geschichten der geflüchteten Menschen, die ja wirklich ans Herz gehen,von traumatischen Ereignissen, Schrecken und Gewalt, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, waren die Zuhörer sichtlich berührt. Als ich zum Ende davon erzählte, wie Frauen aus einer unserer Stärkungsgruppen uns danach gefragt hatten, was Duisburg denn für einen eigenen `Tanz` hätte,- etwas, was in den Herkunftsländern üblich ist, jede Stadt hat einen eigenen Tanz, und wir darauf nichts anderes als einen „Wiener-Walzer“ anbieten konnten, versprach der Bürgermeister das Thema zur Besprechung in den nächsten Stadtausschuss mitzunehmen.

Nach meinem kurzen Vortrag wurden wir gleich von einem Vorstandsmitglied des Rotary-Clubs angesprochen, der sich sichtlich interessiert zeigte und unser Projekt vorstellen und unterstützen möchte. Ein anderer Unternehmer sprach mich an und sagte, er hätte jetzt verstanden, dass es darum geht, die geflüchteten Menschen zu „sehen und zu hören“. In vielen Gesprächen hatten wir den Eindruck, dass die Zuhörer nicht nur emotional berührt waren, sondern auch verstanden haben, dass unsere Arbeit zu einer gelingenden Integration beiträgt.

Zum Ende der Veranstaltung füllte sich unsere Spendenkugel und viele Flyer mit Spendencoupons wurden mitgenommen. Bis heute haben wir ca. 2000€ Spenden einnehmen können und hoffen auf weitere Unterstützung z.B. durch die Christiane Weber-Stiftung und den Rotary-Club.

Neue Stärkungsgruppe für Frauen in Duisburg gestartet

Eine neue kreative Stärkungsgruppe für geflüchtete Frauen in Duisburg ist gestartet.

Die 12 Frauen und 2 kleine Mädchen werden von einem Flüchtlingsbetreuer ins Semnos-Zentrum begleitet und kommen gut gelaunt bei uns an, die Stimmung erinnert an einen Ausflug, was es für die Frauen ja auch ist. Wie sie erzählen, verlassen sie ihre Unterkunft nicht so häufig.

Neugierig sehen sie sich um, die Mädchen entdecken die Stofftiere im Regal, Farben und Papier und beginnen zu spielen. Die Frauen bedienen sich an Kaffee und Tee und setzen sich auf Sitzkissen…es ist eine überraschend selbstverständliche, offene Atmosphäre. Wir plaudern und stellen uns vor. Die Frauen kommen aus Syrien, dem Irak und Iran. Melanie Küppers, die mir als Co-Leitung zur Seite steht, spricht ein paar Sätze kurdisch und erntet damit große Freude. Ich kann zumindest die iranischen Frauen auf Persisch begrüßen und fragen, wie es ihnen geht…auch das wird freudig aufgenommen. Es lohnt sich, den Menschen in ihrer Sprache zumindest entgegen zu kommen, wir haben den Eindruck, dass das die Herzen sofort öffnet und den Boden für alles weitere bereitet. Weiter sprechen wir aus einer Mischung aus Deutsch, Englisch und die Frauen übersetzen gegenseitig. Es wird eine richtig `normale ` Vorstellungsrunde, in der die Frauen von sich erzählen; woher sie kommen, was sie sich wünschen…

Eine Frau aus Syrien sagt, sie möchte hier einfach etwas für ihre eigene Freude und für ein leichteres Leben tun. Sie ist mit ihrer 20 jährigen Tochter gekommen, die in Damaskus Grafik-Design studiert hat und sich auf das Malen und Gestalten freut. Der Ehemann und Sohn sind in Syrien geblieben… Wenn ihre Mutter auf Englisch erzählt, sehe ich im Gesicht der Tochter denselben Ausdruck, wie ich ihn von meinem Sohn kenne…Eine Mischung aus ` Boah,…Mutter, rede nicht so viel…` und Verbundenheit. Überall dasselbe… denke ich.

Im weiteren Verlauf der Stunde malen wir ein Namensbild, was ein guter Einstieg ist, die Frauen schauen, was wir machen und machen mit, es braucht nicht viel Erklärung. Außerdem lassen sich so die wunderbar exotischen Namen leichter lernen. Alle Frauen schreiben ihren Namen in unseren Buchstaben, das überrascht uns und wir fragen danach. Auch das freut die Frauen und sie beginnen sofort daneben die Namen in arabischer Schrift zu schreiben, auch unsere Namen auf unseren Bildern. Sie malen dazu, was sie mögen, was ihnen wichtig ist, was sie sich wünschen…Wieder viele Häuser, Blumen, Herzen, Friedenstauben… Alle zeigen ihr Bild und erzählen kurz etwas dazu. Hinterher weiß ich nicht mehr, wer wie, auf welcher Sprache geredet hat…irgendwie ist es egal, wir haben uns verstanden!

Zum Schluss probieren wir verschiedene Instrumente aus und einige Frauen sagen, dass sie sich auf das nächste Mal freuen und dann unbedingt tanzen wollen. Beim Gehen sagt eine Frau `schön, dass wir Sie kennenlernen durften`,- das empfinde ich ganz genauso!

Wir werden mit Küsschen rechts, links und wieder rechts verabschiedet. 

Warum Kunst für Geflüchtete?


„DIE KUNST IST DER ORT, AN DEM WIR DIE LEERE, DIE NICHTIGKEIT UND DEN SCHRECKEN DES TODES UND ZUGLEICH DIE GANZHEIT DES LEBENS DENKEN UND FÜHLEN KÖNNEN.“
David Grossmann


Um all das geht es in den künstlerischen Projekten von  ́aufrichten!` - die Leere, den Schrecken und die Ganzheit dessen, was erlebt wurde ... Und das fühlend und denkend AUSZUDRÜCKEN. Die Künste dienen dem Ausdruck dessen, was sich ausdrücken will.
 Aus der therapeutischen Erfahrung wissen wir, dass Menschen leiden, wenn sie Schlimmes erlebt haben und keinen Ausdruck dafür finden. Umso mehr gilt das für traumatische Erfahrungen. 
Diese lassen sich aber nicht mal eben so `erzählen` oder besprechen, was nicht nur an sprachlichen Barrieren liegt, sondern vor allem daran, dass der Schrecken zu groß ist, daran, dass es um UNAUSSPRECHLICHES geht.
 Unaussprechliches lässt sich eher mit Farben, Klängen, oder in einer tänzerischen Bewegung ausdrücken...
 Oft ist das ein erster Schritt, der leichter fällt.
 In den schon begonnenen Stärkungsgruppen machen wir diese Erfahrung immer wieder.

In der Kinder-Kunst-Gruppe mit geflüchteten Kindergarten- und Grundschulkindern wird das deutlich. 
 Sobald die Kinder Papier und Farben in der Hand haben, legen sie los und gestalten das, was sie bewegt.
 Die Bilder erzählen von Angst, Gewalt und sie zeigen auch die Sehnsüchte der Kinder und ihre Wünsche.
 Immer wieder malen sie Häuser. 
 Schöne und heile Häuser, Häuser mit Gärten, Häuser mit Haustieren, Häuser mit Blumen im Fenster und ihrem eigenen Fahrrad neben der Tür ... 
 mit allem was sie mit `ZUHAUSE` verbinden und was sie als HEIMAT zurücklassen mussten und was sie verloren haben.


Der Ausdruck dessen, was auf der Seele liegt, ist, wie gesagt, ein erster Schritt!
 Ein erster Schritt, das eigene Leben wieder in die Hand zu nehmen und die, so oft attackierte Selbst-Sicherheit wieder zu erlangen, die es braucht, um das Erfahrene zu verarbeiten.


Das GEMEINSAM zu tun, mit Menschen, die um traumatische Situationen wissen, Trauma-Folgen erkennen können und sie traumasensibel begleiten,
 und auch mit Menschen, denen Ähnliches widerfahren ist, die ohne viele Worte verstehen … das stärkt und kann Menschen aus dem ohnmächtigen Gefühl des Ausgeliefertseins heraustreten lassen.


Menschen die malen, gestalten, singen oder Theater spielen kommen wieder in Kontakt mit ihrer eigenen Wirksamkeit. Neben der Möglichkeit zum Ausdruck 
 spielen noch ein paar Aspekte eine Rolle, die den Künsten innewohnen.
 Die Kunst, so sagt man, ist Expertin im Betreten von NEULAND. 
 Sie beschäftigt sich mit Neuem, schafft Neues. 
 Dabei kennt sie sich auch aus mit dem SCHEITERN, sie nutzt das Scheitern um in einem Prozess wieder zu Neuland zu gelangen.


Mit dieser Haltung ermöglicht die künstlerische Arbeit es, an den Ressourcen der geflüchteten Menschen anzusetzen.
 Geflüchtete bringen so viele Fähigkeiten und Eigenschaften mit, die sie, oft aus der Not heraus, entwickelt haben. 
 Diese können in einen künstlerischen Prozess gestellt werden und gestalten das eigene Gefühl von Scheitern, von Schrecken, von `alles aufgeben müssen` ...
 um ebenfalls NEULAND zu betreten.
 Die Kunst bietet hier den Blick auf alle Stärken und Kompetenzen und auch das fördert die Wirksamkeit.
 Wenn Menschen ihr Erleben, ihre Gefühle und Gedanken z.B. bildhaft ausdrücken und darstellen, wenn diese Bilder in einer Ausstellung gehängt und von anderen Menschen betrachtet werden, also ihr LEBEN gesehen und beachtet wird, gibt das den Menschen ein Stück ihrer Würde wieder.

"Eine Atmosphäre von Motivation, Aufbruch und Lust, etwas zu bewegen" Auftaktveranstaltung

Am 28.04.2016 startete das Projekt `aufrichten!` mit einer Eröffnungsfeier im Semnos-Zentrum in Duisburg-Neudorf. Das Projekt des Instituts für soziale Innovationen wird finanziert von der AKTION MENSCH und der STIFTUNG WÜRDE.
Nach der Begrüßung von Viola Werner  und dem Grußwort der Stadt Duisburg durch den Bürgermeister E. Kocalar, der die `starke, soziale Kraft in Duisburg` betonte und uns `Glück auf` für unsere Arbeit wünschte, sprachen die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte D. Freer, die mit ihrer erfrischenden, engagierten Art zum Einsatz zur Hilfe vor allem für geflüchtete Frauen aufrief und Birgit Menner hielt einen berührenden Vortrag zum Thema `Flucht und Trauma` und stellte die besonderen Phänomene von traumatisierten, geflüchteten Menschen vor, die auch nachzulesen sind in dem gleichnamigen Buch von U.Baer und G. Frick-Baer ( „Flucht und Trauma, wie wir traumatisierten Flüchtlingen wirksam helfen können.“, erschienen im Gütersloher Verlagshaus, 2016). Ihre Worte und der Bericht aus der Praxis der schon begonnenen Stärkungsgruppen ließen der einen oder anderen Zuhörer/in Tränen in die Augen treten.
Boris und Danco Rabrenovic von der bekannten Band TROVACI trugen mit Gitarrenmusik, Liedern vom Balkan und zum Thema `Multikulti` zu dem anschließenden Teil der Veranstaltung bei, in dem sich bei Kaffee und Kuchen viele Gespräche entwickelten, in denen wir neue Kontakte knüpfen und bestehende vertiefen konnten. Eine Atmosphäre von Motivation, Aufbruch und Lust, etwas zu bewegen wurde spürbar; auch durch die vielen Kontakte zwischen Menschen der bestehenden Netzwerke und den Künstlern und Menschen, die sich am Projekt `aufrichten!` beteiligen möchten.
Weiterhin gab eine kleine Fotoausstellung einen Einblick in die kreative Arbeit mit geflüchteten Kindern und Frauen und Sigrid Nikel-Bronner veranstaltete eine interaktive Kunstaktion, in der die Besucher uns `etwas auf die Fahne schreiben oder malen` konnten`. Viele bunte Fahnen wurden gestaltet. Eine geflüchtete Frau aus Syrien malte arabische Glückwünsche auf eine der Fahnen und freut sich darauf, im Mai in die erste kreative Stärkungsgruppe für Frauen zu kommen.
Nun beginnt die eigentliche Arbeit, wir starten mit drei kreativen Stärkungsgruppen und einem Fotoprojekt `Neuland an der Wand` des Duisburger Fotografen Thomas Weiss mit geflüchteten Jugendlichen.
Darauf freuen wir uns und wir werden davon berichten!