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Flucht und Trauma

Dr. Gabriele Frick-Baer, Dr. Udo Baer

"Flüchtlingshilfe ist Traumahilfe und Traumahilfe braucht Traumawürdigung."

Dafür setzen wir uns ein!

WAS TUN WIR KONKRET?
Projekte, Fortbildungen, Bücher und Gedanken finden sie hier

Neuerscheinung: "Flucht und Trauma - Wie wir traumatisierten Flüchtlingen wirksam helfen können"

Traumabewältigung – einer der wichtigsten Aspekte der Flüchtlingsproblematik

Dieses Buch vermittelt Verständnis für Trauma-bedingtes Verhalten, beschreibt die Symptome von Traumafolgen, erklärt den Hintergrund von Trauma-Prozessen und bietet konkrete Hilfestellungen, mit solchen Verhaltensweisen umzugehen. Menschen, die traumatisierte Flüchtlinge begleiten, erhalten Hinweise, wie sie wirksam helfen und die Integration der Flüchtlinge in unsere Gesellschaft fördern können.

  • Ein unverzichtbares Handbuch für alle Fachkräfte und Ehrenamtliche, die mit Flüchtlingen arbeiten
  • Bis zu 800.000 Menschen in Deutschland arbeiten zur Zeit mit Flüchtlingen
  • Basiswissen zum Thema Trauma, Traumasymptome und deren Bewältigung
  • Flüchtlingshilfe ist immer auch Traumahilfe
    Hier bestellen! 

Best Practice

Wir sammeln Beispiele gelungener Arbeitspraxis mit geflüchteten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Wir werden die Liste stetig um Methoden und Ideen ergänzen und gern auch mit Ihren Erfahrungen anreichern. Holen Sie Sich hier Anregung für Ihre Arbeit!

Jobcenter macht Flüchtlingshilfe – und wir unterstützen dabei!

Wir wissen, dass traumasensible Flüchtlingshilfe über die direkte Beratungs- und Therapiearbeit hinausgeht. Überall dort, wo Begegnung mit Flüchtlingen stattfindet, können Helfer vor der Herausforderung stehen, auch mit den Folgen von Traumatisierung konfrontiert zu werden. Dies geschieht in Ämtern, Beratungsstellen, Flüchtlingsheimen, Schulen und auch im Jobcenter.
Aus diesem Grund haben wir beim Jobcenter Bielefeld in diesem Jahr eine zweitägige Fortbildung für die Mitarbeiter in der Beratung durchgeführt. Es ging darum, die Berührungsängste zu identifizieren, die aus der Sorge heraus entstehen, Menschen durch Verhaltensfehler womöglich zu re-traumatisieren, und Möglichkeiten des Umgangs damit anzubieten und auszuprobieren. 

„Wie erkenne ich, ob ein Mensch traumatisiert ist?“

„ Was mache ich, wenn jemand weint? Oder aggressiv wird? Oder mich nicht versteht?“

„Wie überbrücke ich die Schwelle zwischen den Verordnungen und dem Wunsch, dem Menschen, der so viel erlitten hat, zu helfen?“

„Wie erkenne ich, welche Hilfen ich noch empfehlen kann, z.B. psychotherapeutische Unterstützung?“

Dies waren nur einige der vielen Fragen, die die Mitarbeiter beschäftigten. 

Das Verständnis darüber, was Traumatisierung ist, was die Folgen davon sein können, wie man Menschen, die Schlimmes erlebt haben, begegnen kann, was hilft und so weiter, war sehr entlastend für die Mitarbeiter des Jobcenters.
Ein weiteres Thema der Fortbildung beschäftigte sich damit, wie die Helfer auch für sich selber sorgen können, um der Überforderung zu begegnen. 
Die Fortbildung beim Jobcenter Bielefeld war ein voller Erfolg, und die Fortbildungsinhalte wurden so interessiert aufgenommen, dass wir in diesem Jahr noch mehrere Folgefortbildungen in dem Haus durchführen werden.

Werden Sie Traumaexperte in der Flüchtlingshilfe!

Die meisten Flüchtlinge sind traumatisiert. Sie haben nicht nur einzelne traumatische Ereignisse erfahren, sondern befinden sich in einem traumatischen Prozess, der von Erfahrungen im Heimatland über die Flucht bis zu den Erlebnissen hier führt. Deshalb gilt: Flüchtlingshilfe ist Traumahilfe.

Menschen, die in der Flüchtlingshilfe tätig sind, brauchen Kenntnis über flüchtlingsspezifische Traumatisierungsprozesse und die Kompetenz, Traumafolgen zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Und sie brauchen Möglichkeiten, mit den Belastungen so umzugehen, dass die Flüchtlinge, aber auch sie selbst gewürdigt werden. 

Unsere Erfahrungen zeigen, dass viele Menschen helfen wollen, aber unsicher sind wegen der sprachlichen und kulturellen Unterschiede. Andere haben Angst, etwas falsch zu machen, gerade im Umgang mit den Folgen traumatischer Erfahrungen. Wieder andere sind unvorbereitet damit konfrontiert, etwa in Berufen in Ämtern, öffentlichen und sozialen Einrichtungen.

Aus diesem Grund bieten wir Fortbildungen an, die genau auf diese Bedürfnisse zugeschnitten sind. 

Unsere neue Fachfortbildung „Traumaexpert/in in der Flüchtlingshilfe“ ist in mehreren Städten zeitversetzt gestartet und fand so große Nachfrage, dass wir nun bereits anschließende Fortbildungsdurchgänge geplant haben.

Die Resonanz der Teilnehmer/innen zeigt, wie wichtig es ist, sich mit den Themen Flucht und Trauma auseinander zu setzen. Hier Stimmen von Teilnehmer/innen der Fortbildung:

„Na klar hab ich geholfen, hab alles gemacht, was notwendig war, hab Essen verteilt und Kleidung ausgegeben. Aber erst jetzt begreife ich das Ausmaß dessen, wie es in den Menschen aussehen muss, was sie erlitten haben müssen. Und dass sie eigentlich auch noch was anderes brauchen.“ 

“Man denkt immer, sie sind jetzt hier, Flucht gelungen, jetzt ist es gut, aber es ist ja gar nicht so!“

„Ich hab die ganze Zeit Unsicherheit gespürt, wie ich denn mit den Menschen umgehen soll; ich verstehe ja ihre Sprache nicht. Jetzt weiß ich, dass es auch ohne Worte geht.“

Die Fachfortbildung Traumaexpert/in in der Flüchtlingshilfe wird angeboten von der Zukunftswerkstatt therapie kreativ in Zusammenarbeit mit dem PIB Pädagogisches Institut Berlin.

Hier finden Sie unseren Infoflyer